Data Driven Decisions CMS-Auswählen

Es scheint eine Glaubensfrage zu sein. Welches Content Management System (CMS) ist das Beste? Ein Vergleich scheint kaum durchführbar. Dabei sind sich fast alle wieder einig, wenn man die ausweichende Formulierung wählt, dass es auf den Einsatz der zu veröffentlichenden Website ankommt.

WordPress vs Drupal vs Jimdo vs Typo3 vs Contao
Fragt man Entwickler, dann ist die Sache eindeutig. Jeder, der mit einem bestimmten CMS arbeitet hält dies auch aus irgendwelchen Gründen für das beste System. Die häufigsten Argumente sind Bedienbarkeit, Einsatzmöglichkeiten, Größe der Community und natürlich die Sicherheit. Die wenigsten nennen die SEO-Möglichkeiten oder die Gestaltung.

Der Verfügbarkeitsfehler
In der Regel fällt der Verantwortliche in einer Organisation mangels eigener Expertise diese Entscheidung nach einem Rat eines Bekannten, eines Dienstleisters oder aus Erfahrung. Dies kann eine gute Entscheidung sein, wenn man Glück hat. Es kann aber auch eine schlechte Entscheidung sein. Der Entscheidung haftet zumindest ein Geruch an, der sich aus dem sog. Verfügbarkeitsfehler ergibt. Dieser besteht darin, dass nicht objektivierte Kriterien berücksichtigt wurden, sondern diejenige Wahl getroffen wurde, die einem gerade so durch den Kopf schwirrt. Und dass die Lösung sich im Kopf befindet, liegt eben daran, dass eine eigene Erfahrung oder der Rat eines Bekannten überbewertet wird, weil diese Information einfach verfügbar war. (Näheres zum Verfügbarkeitsfehler nachzulesen beim Nobelpreisträger Daniel Kahneman.)

Relevante Daten und Kriterien
Natürlich sind alle genannten Argumente einschlägig. Aber die Beantwortung der Frage, ob die Bedienbarkeit eines Systems besser oder schlechter ist, hängt stark vom Geschmack des Benutzers ab. Vorteile für die Systeme Drupal und WordPress sind wohl kaum von der Hand zu weisen. Bei der Gestaltbarkeit sind wohl kaum noch Grenzen zu erkennen. Bei Fragen der SEO-Möglichkeiten und der Sicherheit erreichen die Diskussionen ihren Höhepunkt. Hier soll Typo3 am besten abschneiden, was bis auf die absolute Zahl der Angriffe auf die Systeme kaum in Untersuchungen belegt werden kann.

Was erwarte ich von den nächsten Entwicklungen
Zunächst ist festzuhalten, wie hoch die Anteile dieser “kostenlosen” open Source Systeme sind:
Mit großem Abstand führt WordPress den Markt an, unabhängig, ob es darum geht, wie viele Installationen vorhanden sind, wie viele Erweiterungen es gibt, wie viele Top-Seiten das System benutzen. In allen Kategorien führt WordPress die Hitlisten an. Ob es die Website des Weißen Hauses oder die Website des Sterns ist, aber auch traffic-starke Shops werden mit WordPress umgesetzt.

Was wollen uns die untersuchten Zahlen nun sagen? Die für mich entscheidende Fragen lauten: Was erwarte ich für die Zukunft? Welches System wird es in Kürze noch geben? Bei welchem System kann ich am Einfachsten Unterstützung bekommen? Was sind die Folgekosten? Finde ich einen verlässlichen Partner für die Weiterentwicklung? Ist die Internetseite ein vitaler Bestandteil des Geschäftserfolgs, was er nach meiner Meinung sein sollte, aber vielleicht nicht immer ist.

Was ich immer wieder in diesen Diskussionen erlebe, ist der Grundsatz: Datadriven Decisions ja, aber bitte nicht bei mir.

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